Allgemeine Informationen

Tibetisches Heilyoga Kum Nye

Diese Form des Yogas ist ein über 1000 Jahre altes Entspannungssystem.
Die unterschiedlichen Körper-, Atem-, Dehn- und Selbstmassageübungen wirken  ganzheitlich gesundheitsfördernd und beruhen auf:

  • traditioneller indischer, chinesischer und tibetischer Heilkunst,
  • buddhistischen Schriften,
  • einem tibetischen Yogasystem.

Beim Kum-Nye-Üben geht es nicht in erster Linie um eine „perfekte“ Körperposition, sondern die Förderung der geistigen und körperlichen Achtsamkeit. Deshalb  werden die meisten Kum-Nye-Körperübungen sehr langsam und bewusst ausgeführt. Wenn wir den Körper langsam bewegen, beruhigt sich das Nervensystem, ein Prozess der Entspannung und Selbsterkenntnis wird ermöglicht. Die Übungen sind auch von „unsportlichen“ Menschen in jedem Alter leicht zu lernen.

Die Wirkung von Kum Nye:

  • Die Muskeln (z.B. des Nackens, des Rückens) entspannen sich.
  • Das Nervensystem wird entlastet, die Konzentration gefördert.
  • Die Funktionsfähigkeit der inneren Organe (z. B. des Magens,
    des Herzens, des Verdauungssystems) wird verbessert.
  • Der Atem fließt freier, so dass der Körper besser durchblutet und
    das Immunsystem gestärkt wird.
  • Die Selbstakzeptanz und der liebevolle Umgang mit dem Körper
    werden gefördert.
  • Belastende Gedanken und Gefühle lösen sich, Herz und Kopf werden freier.

In der Tradition des tibetischen Heilyogas werden Körper und Geist des Menschen als ein System gesehen, durch welches Energie fließt. Kann diese frei fließen, wird die Gesundheit des Menschen gefördert. Durch eine ungesunde Lebensführung, zu viel Stress oder auch durch Traumen kann der freie Fluss der Lebensenergie beeinträchtigt oder blockiert werden. Dies spüren wir z.B. durch Schmerzen im Rücken, Nacken und in den Schultern. Darüber hinaus fühlen wir uns oft auch ausgelaugt, müde und nervös.

Oft werden diese Symptome auf den Stress am Arbeitsplatz oder im Privatleben (auch auf traumatische Erlebnisse) zurückgeführt. In der Stressforschung wird immer wieder darauf hingewiesen, dass nicht der Stress an sich, sondern der Dauerstress schädlich ist. Diese Aussage gilt auch für den positiven Stress Eu-Stress. Das sind Herausforderungen, die wir als positiv empfinden. Selbst wenn wir sehr gern arbeiten oder Sport treiben, brauchen wir Pausen, sonst verlernen unsere Muskeln und unser Nervensystem ihre natürliche Fähigkeit sich zu entspannen. Die Länge der Regenerationszeiten ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Als Faustregel gilt: Stehen wir für längere Zeit im Stress, brauchen wir auch längere Zeit um uns wieder zu entspannen. Mit zunehmendem Alter lässt die Spannkraft nach und die Regenerationsphasen dauern länger. Um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben, brauchen wir also einen ausgewogenen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung.

Geht die Balance zwischen An- und Entspannung verloren, fällt es schwerer zur Ruhe zu kommen. Vielleicht entwickeln wir Schlafstörungen, können nicht mehr still sitzen, schlechter zuhören, müssen immer alles schnell machen, essen zu viel, trinken zu viel Alkohol. Auf lange Sicht schaden wir uns selber. Wir verlieren an Lebenskraft und –freude. Es besteht die Gefahr eines Burn-out-Syndroms.

Das tibetische Heilyoga Kum Nye ermöglicht es, in einer gesunden Balance zwischen Tatkraft und Entspannung durchs Leben zu gehen. Das Menschenbild der  traditionellen tibetischen Heilkunst geht davon aus,  dass jeder Mensch über eine innere Weisheit und Selbstheilungskräfte verfügt.  Dieses Verständnis vom Menschen prägt noch heute die Schüler-Lehrer-Beziehung. Kum-Nye-Lehrerinnen oder Lehrer leiten die unterschiedlichen Übungen an, vermeiden es jedoch, einzelne Schülerinnen oder Schüler direkt zu korrigieren.

Literatur:

  • Steurich, M. (1999). Tibetisches Heilyoga – Kum Nye, Das Übungsbuch zur sanften Selbstheilung, Freiburg.
  • Tarthang Tulku, (1980). Selbstheilung durch Entspannung, Bern und München.